Das Schwachstellenmanagement hat Unternehmen und der Cybersicherheitsbranche über Jahre hinweg gute Dienste geleistet. Es ist eine leistungsfähige Praxis, die Unternehmen dabei geholfen hat, ihre Angriffsfläche zu schützen und zu verhindern, dass Angreifer Schwachstellen ausnutzen.

Doch Technologie und IT-Infrastrukturen haben sich weiterentwickelt. Das Schwachstellenmanagement kann die Herausforderungen, die mit dieser Entwicklung einhergehen, nicht mehr bewältigen. Jetzt bietet Exposure Management einen noch ganzheitlicheren Ansatz für Endpoint-Sicherheit, der die Bereiche abdeckt, in denen Schwachstellenmanagement an seine Grenzen stößt.

Sehen wir uns die Unterschiede genauer an, damit Sie entscheiden können, wie Sie Ihr Unternehmen schützen.

Was ist Schwachstellenmanagement?

Schwachstellenmanagement ist eine Cybersicherheitspraxis, die die kontinuierliche und proaktive Identifizierung, Bewertung, Priorisierung und Behebung von Schwachstellen umfasst, die Hacker nutzen können, um in Ihr Unternehmen einzudringen.

Dabei ist jedoch wichtig zu wissen, dass es zwei verschiedene Arten des Schwachstellenmanagements gibt:

Traditionelles Schwachstellenmanagement

Risikobasiertes Schwachstellenmanagement

Zielt darauf ab, möglichst viele Schwachstellen zu beheben. Dies führt häufig zu erheblichem Aufwand und unrealistischen Erfolgserwartungen – und vermittelt gleichzeitig ein falsches Sicherheitsgefühl.

Eine weiterentwickelte Praxis des Schwachstellenmanagements, die Risiken bei der Priorisierung von Schwachstellen berücksichtigt. So können Unternehmen kritische Schwachstellen patchen, die eine reale Bedrohung darstellen. Das schützt Ihr Unternehmen vor Angreifern, gewährleistet zugleich eine starke Sicherheitslage und ermöglicht einen effektiven Ressourceneinsatz.

Ein Ansatz für risikobasiertes Schwachstellenmanagement geht über traditionelles Schwachstellenmanagement hinaus und bietet Ihrem Unternehmen die folgenden Vorteile:

  • Überwacht Schwachstellen kontinuierlich für proaktive Sicherheit.
  • Identifiziert aktiv ausgenutzte Exposures.
  • Ermöglicht wirksame Behebungsmaßnahmen.
  • Reduziert Risiken.
  • Unterstützt Unternehmen beim Erreichen von Compliance-Anforderungen.

Auch wenn risikobasiertes Schwachstellenmanagement viele Bereiche abdeckt, bietet es dennoch nicht den ganzheitlichen Cybersicherheitsansatz, den Unternehmen benötigen, um geschützt und sicher zu bleiben. Genau hier kommt Exposure Management ins Spiel.

Was ist Exposure Management?

Exposure Management ist eine sich weiterentwickelnde Cybersicherheitspraxis, die umfassende Transparenz über Ihre gesamte Angriffsfläche bietet. Sie ermöglicht IT- und Sicherheitsteams, genau zu erkennen, wo Ihr Unternehmen exponiert sein könnte, und umfasst zugleich risikobasierte Priorisierung, Behebung und mehr. Exposure Management konzentriert sich auf die Einhaltung der von einer Organisation selbst festgelegten Risikobereitschaft. Daher umfasst es vier Phasen:

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Wie risikobasiertes Schwachstellenmanagement hilft Exposure Management dabei, anhand realer Risiken zu priorisieren, welche Schwachstellen und Exposures zuerst behoben werden sollten. Es geht jedoch weiter, indem es berücksichtigt, was für Ihr spezifisches Unternehmen am relevantesten ist. Dieser Cybersicherheitsansatz stellt sicher, dass Exposures mit dem höchsten Risiko proaktiv behoben werden, bevor Angreifer sie ausnutzen können.

Exposure Management vs. Schwachstellenmanagement: Was ist der Unterschied?

Exposure Management stellt die nächste Entwicklungsstufe über das traditionelle Schwachstellenmanagement hinaus dar. Während sich Schwachstellenmanagement in erster Linie darauf konzentriert, Schwachstellen in Servern und Endpoints zu identifizieren und zu beheben, erweitert Exposure Management diesen Umfang, indem es vollständige Transparenz über die gesamte Angriffsfläche bietet.

Zu den wichtigsten Unterschieden gehören:

  • Exposure Management ist für neuere Asset-Typen konzipiert: Moderne IT-Umgebungen sind zunehmend komplex geworden und umfassen heute Assets wie Software-as-a-Service(SaaS)-Anwendungen, IoT-Geräte, Cloud-Infrastruktur und mehr. Exposure Management ist darauf ausgelegt, diese neueren Asset-Typen zu berücksichtigen, damit IT- und Sicherheitsteams Risiken überall dort identifizieren können, wo sie im Unternehmen bestehen. Dadurch bietet Exposure Management ein umfassendes Verständnis aller potenziellen Einstiegspunkte. Das versetzt Unternehmen in die Lage, Risiken effektiver als je zuvor zu steuern und zu reduzieren.
  • Exposure Management berücksichtigt die Realität und verfolgt einen Ansatz auf Basis der Risikobereitschaft: Auch hier gilt: Schwachstellenmanagement konzentriert sich auf das Patchen von Schwachstellen. Zwar bietet risikobasiertes Schwachstellenmanagement eine Risikopriorisierung und Orchestrierung der Behebung, doch der Ansatz berücksichtigt nicht, dass es für ein Unternehmen unrealistisch ist, jede Schwachstelle zu patchen. Der Begriff Risikobereitschaft beschreibt das von einer Organisation selbst festgelegte Maß dafür, wie viel Risiko sie zu akzeptieren bereit ist. Das ist ein deutlich realistischerer Ansatz, der die Organisation zusammenbringt, um gemeinsame KPIs zu erreichen und den Erfolg teamübergreifend einheitlich zu messen.
  • Exposure Management geht über CVEs und CVSS hinaus: Schwachstellenmanagement konzentriert sich vor allem auf Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs). CVEs sind zwar für die meisten Unternehmen ein wichtiges Ziel, aber sie sind nicht die einzigen Faktoren, die Angreifer nutzen können, um Ihrem Unternehmen zu schaden. Hacker können weiterhin die folgenden Exposures ausnutzen, die das Schwachstellenmanagement nicht abdeckt, um in Ihr Unternehmen einzudringen:
  • Fehlkonfigurationen.
  • Probleme mit der Anwendungssicherheit.
  • IT-Systemrichtlinien.
  • Kontrollen für privilegierte Zugriffe.

Zurück zum ganzheitlichen Ansatz: Exposure Management deckt all diese modernen Assets ab. Darüber hinaus stützt sich Schwachstellenmanagement bei der Priorisierung der Behebung stark auf das Common Vulnerability Scoring System (CVSS). CVSS ist zwar ein solides Maß für den Schweregrad, bietet jedoch keine effektive risikoadjustierte Perspektive.

Risiko ist ein wichtiger Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, da es einbezieht, ob eine Schwachstelle bereits ausgenutzt wurde, ob sie mit Ransomware/Malware in Verbindung steht oder derzeit im Trend liegt. Wird Risiko nicht berücksichtigt, erzeugt CVSS ein falsches Gefühl von Dringlichkeit. Dadurch verschwenden IT- und Sicherheitsteams Zeit und Ressourcen für Schwachstellen, die nicht wirklich dringend sind.

So schützen Sie Ihr Unternehmen

Nachdem wir die Unterschiede zwischen Exposure Management und Schwachstellenmanagement erläutert haben, ist es an der Zeit, die Vorteile von Exposure Management zu nutzen. Erfahren Sie, wie das Exposure-Management-Portfolio von Ivanti Ihre IT- und Sicherheitsteams voranbringen kann.