Der Change Management-Prozessablauf
ITIL bietet ein Framework, das an die individuellen Anforderungen einer Organisation in Bezug auf Service Delivery und Support angepasst werden kann. Die Entwicklung eines standardisierten Change Management-Prozesses, der vom Management gebilligt wird, erleichtert die schnelle, wirtschaftliche und effektive Verwaltung von Änderungen, wenn diese auftreten. Der Prozess kann anschließend durch Service Management-Software automatisiert werden. Change Control ist ein untergeordnetes Element des gesamten Change Management-Prozesses, das sicherstellen soll, dass Änderungen kontrolliert, erfasst, analysiert und genehmigt werden.
Ein typischer Change Management-Prozess umfasst die folgenden Aktivitäten:
1) Erstellen & Erfassen der Request for Change (RFC)
Eine Request for Change wird in der Regel von der Einzelperson, dem Prozess oder der Geschäftseinheit erstellt, die die Änderung anfordert. Je nach Art der Änderung enthält ein RFC-Datensatz unterschiedliche Informationen, die für Entscheidungen zur Genehmigung und Implementierung der Änderung erforderlich sind – darunter identifizierende Informationen, eine Beschreibung, das von der Änderung betroffene Configuration Item, eine Begründung für die Änderung, die Kontaktdaten des Antragstellers, die Art der Änderung, den Zeitrahmen, die Kosten, einen Rückabwicklungsplan sowie eine geschäftliche Begründung.
2) Prüfung der Request for Change (RFC)
Jede Request for Change sollte von der zuständigen Change-Autorität auf geschäftliche Praktikabilität geprüft und priorisiert werden. Diese Anforderungen können abgelehnt und zur Benachrichtigung oder zur Anforderung weiterer Details an den Einreicher oder das Management zurückgegeben werden. Nicht genehmigte Änderungen sollten überwacht und bei Bedarf abgeschlossen werden.
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3) Bewertung der Änderung
Die Bewertung der Änderung hinsichtlich ihrer Auswirkungen, Risiken und Vorteile für IT-Services ist entscheidend, um unnötige Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs zu vermeiden. Bei bestimmten Änderungstypen, wie z. B. Major Changes, findet eine formelle Change Evaluation durch den Change Evaluation-Prozess statt, die in einem Change Evaluation Report dokumentiert wird. Die Impact-Bewertung berücksichtigt die Auswirkungen auf das Unternehmen, die Infrastruktur, den Kundenservice, andere Services – sowohl IT- als auch Nicht-IT-Services –, die Implementierungsressourcen sowie die aktuell im Change Log geplanten Änderungen. Ein Change Advisory Board (CAB) kann ebenfalls Änderungen bewerten. Das CAB kann aus verschiedenen Stakeholdern bestehen, wie z. B. dem Service Owner, technischem Personal und/oder finanziellem Personal, um den Bedarf der Änderung zu beurteilen.
4) Genehmigung/Autorisierung der Änderung
Change Requests erfordern in der Regel vor der Implementierung eine Genehmigung, und jede Änderung benötigt die Autorisierung durch die jeweils zuständige Genehmigungsinstanz, abhängig von der Art der Änderung (strategisch, taktisch, operativ). Dies variiert je nach Organisation, hängt jedoch häufig von der Unternehmensgröße, dem erwarteten Risiko der Änderung, potenziellen finanziellen Auswirkungen und dem Umfang der Änderung ab.
5) Koordination der Implementierung
Nach der Genehmigung wird eine Change Request oder der Change-Datensatz an den Release and Deployment-Prozess übergeben, um die Zusammenarbeit mit den zuständigen technischen und/oder Application Management-Teams für den Aufbau, das Testing und die Bereitstellung der Änderung zu koordinieren. Für jeden Change sollten Korrekturmaßnahmen für den Fall eines Implementierungsfehlers vorbereitet werden. Nach Abschluss von Aufbau und Testing sollte Release and Deployment den Change Manager über die Ergebnisse und empfohlenen Implementierungsanforderungen informieren. Der Change Manager sollte jeden CHANGE auf Basis der empfohlenen Implementierungsanforderungen und des Business-Risk-Managements einplanen. Mithilfe eines Forward Schedule of Changes (FSC) oder Change Schedule kommuniziert der Change Manager alle bevorstehenden Änderungen an die betroffenen Stakeholder. Der FSC sowie projizierte Service-Ausfälle (PSO) bzw. erwartete Abweichungen in der Service-Verfügbarkeit werden bei der Koordination der Implementierung berücksichtigt. Release and Deployment ist für die Implementierung und Koordination des Schulungsbedarfs verantwortlich.
6) Überprüfung und Abschluss der Change Request
Nach Abschluss der Änderung sollte eine Post Implementation Review (PIR) – eine Überprüfung der detaillierten Implementierungsergebnisse – stattfinden, um zu bestätigen, dass die Änderung ihre Ziele erfolgreich erreicht hat. Bei erfolgreicher Implementierung und sofern die Änderung mit der Behebung eines Fehlers im Service verbunden war, sollten alle damit zusammenhängenden Problems und Known Errors geschlossen werden. Falls nicht erfolgreich, sollte der Korrekturplan entsprechend aktiviert werden.
Zur Unterstützung des Prozesses sollte ebenfalls eine Change Management-Richtlinie definiert werden. Diese Richtlinie kann Folgendes umfassen: die Definition eines Emergency Change; den unmittelbaren Nutzen des Prozesses; die Förderung einer änderungs- und ITIL-freundlichen Unternehmenskultur; die Festlegung von Rollen und Verantwortlichkeiten für verschiedene Change Management-Aktivitäten; die Beschränkung des Zugriffs auf Change Management auf autorisiertes Personal; Risikomanagement sowie Leistungsmessung.