Die rasante Digitalisierung von Arbeitsumgebungen führt dazu, dass Mitarbeitende schneller und besser arbeiten müssen. Um dies zu erreichen, sind Unternehmen auf zufriedene, gesunde und produktive Teams angewiesen. 

Da inzwischen 69 % der Wissensarbeitenden weltweit remote arbeiten, scheint hybrides Arbeiten zu funktionieren. Eine aktuelle Umfrage unter mehr als 10.000 Mitarbeitenden von Ivanti zeigt, dass 42 % eine bessere Work-Life-Balance haben und 33 % produktiver sind. 

Die richtigen IT-Tools sind unerlässlich, damit Mitarbeitende in einer digitalen Umgebung effektiv arbeiten können. Laut der Ivanti-Umfrage gaben 65 % der Mitarbeitenden und 71 % der IT-Fachkräfte an, dass sie mit anderen Tools produktiver sein könnten. 

Es liegt in der Verantwortung des Unternehmens dafür zu sorgen, dass Mitarbeitende über die richtige Ausstattung, Schulung und Unterstützung verfügen, um ihre Arbeit erledigen zu können. 

Wenn Unternehmen eine positive Digital Employee Experience (DEX) bieten, werden Geschäftsergebnisse erreicht. Die Umfrage ergab, dass eine gute DEX die Mitarbeiterzufriedenheit verbessert, die Produktivität erhöht – im Durchschnitt führt Arbeitszufriedenheit zu einer Produktivitätssteigerung von 31 % – die Zusammenarbeit fördert und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden verbessert. 

Die Schattenseite einer negativen DEX 

Ist die DEX jedoch negativ, leiden Produktivität, Motivation und Mitarbeiterbindung. Fast die Hälfte (49 %) der von Ivanti befragten Beschäftigten empfindet die von ihrem Unternehmen bereitgestellten digitalen Tools und die digitale Umgebung als frustrierend. Und noch alarmierender: Ein Viertel sieht fehlende geeignete Technologie als mitentscheidenden Grund dafür, den Job zu kündigen.  

Darüber hinaus machen die Allgegenwart von Geräten und der ununterbrochene Zugang zum Internet es Mitarbeitenden häufig schwer, abzuschalten. Dies hat zu einer Zunahme von digitalem Burnout geführt.

Digitaler Burnout entsteht, wenn viel Zeit an digitalen Geräten verbracht wird. Der Anspruch, ständig online zu sein, geht mit einem hohen Maß an Anspannung, wahrgenommenen Erwartungen und Unbehagen einher – all dies kann zu arbeitsbedingtem Stress führen.

Studien legen nahe, dass Menschen Stress empfinden, wenn sie feststellen, dass sie mit den ihnen in einem bestimmten Umfeld zur Verfügung stehenden Technologien nicht erfüllen können, was von ihnen erwartet wird. Tatsächlich lautet die Definition von arbeitsbedingtem Stress wie folgt: „das Ungleichgewicht zwischen externen Anforderungen und den Fähigkeiten und Ressourcen (Tools) von Einzelpersonen, diese Anforderungen zu erfüllen.“

Laut der Website des Health and Safety Executive ist arbeitsbedingter Stress für Unternehmen ein enormer Kostenfaktor, der zum Verlust von mehr als 15 Millionen Arbeitstagen führt und britische Unternehmen jährlich über 5 Milliarden Pfund kostet. 

Dies ist nicht nur ein britisches Phänomen. Das American Institute of Stress berichtet, dass 83 % der US-Arbeitnehmenden unter arbeitsbedingtem Stress leiden, der zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzuständen beitragen kann. Untersuchungen des Health and Safety Executive aus den Jahren 2020/21 ergaben, dass arbeitsbedingter Stress, Depressionen oder Angstzustände für 50 % aller arbeitsbedingten Erkrankungen verantwortlich waren. 

Warum Unternehmen handeln müssen, um die DEX zu verbessern 

Diese Fakten zeigen, dass es im besten Interesse von Unternehmen liegt, ihre Mitarbeitenden vor arbeitsbedingtem Stress zu schützen – nicht nur aus finanziellen, sondern auch aus ethischen und rechtlichen Gründen.

Die gute Nachricht: Wenn Unternehmen die richtigen Schritte unternehmen, um Mitarbeitende zu unterstützen und die passenden Tools bereitzustellen, können sie die Risiken von arbeitsbedingtem Stress und digitalem Burnout deutlich reduzieren. Für Unternehmen ist es entscheidend, die Faktoren zu verstehen, die das digitale Wohlbefinden beeinflussen, und zu wissen, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um das Wohlbefinden remote arbeitender Mitarbeitender zu maximieren. 

Unternehmen müssen erkennen, dass das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und DEX sich nicht gegenseitig ausschließen. Jede Nutzung von Technologie durch Mitarbeitende ist gelebte DEX – und ob diese Erfahrung positiv oder negativ ist, beeinflusst das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Initiativen zur Verbesserung der DEX tragen dazu bei, Stress und digitalen Burnout zu vermeiden und die Mitarbeiterbindung zu erhöhen. 

„Technostress“, von Craig Brod definiert als „ineffektive Bewältigung des Umgangs mit Technologie, die zu Belastung führt“, kann zunehmen, wenn komplexe Technologien integriert werden. Untersuchungen zeigen, dass Technostress Arbeitszufriedenheit, Bindung an das Unternehmen und Mitarbeiterkennzahlen wie Fehlzeiten und Mitarbeiterfluktuation beeinflusst. 

Wie sich digitaler Burnout eindämmen lässt

Allerdings lässt sich digitaler Burnout reduzieren durch Maßnahmen, die Technologie optimieren, Dokumentations- und Aufgabenzeiten verringern und Prozesse verbessern, um Workflows zu optimieren. Das bedeutet, dass bei richtiger Nutzung, angemessener Schulung und Peer-to-Peer-Unterstützung arbeitsbedingter Technostress reduziert werden kann.

Unternehmen sollten darauf abzielen, bei der Prävention von arbeitsbedingtem Stress und digitalem Burnout proaktiv statt reaktiv zu handeln. Dies beruht zu einem großen Teil darauf, Mitarbeitende dabei zu unterstützen, ihr Bestes zu geben, indem ihnen die notwendigen Tools bereitgestellt werden.

Da eine schlechte DEX als eine der Hauptursachen für Kündigungen genannt wird, müssen Unternehmen ihre DEX ehrlich und gründlich prüfen, um zu erkennen, wo Verbesserungen möglich sind. Führungskräfte müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass das Wohlbefinden der Mitarbeitenden und die Digital Employee Experience Priorität haben.

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