Die Vorteile des autonomen Endgerätemanagements

Ivantis Forschungsreport-Reihe zur Cybersicherheit

Autonomes Endgerätemanagement (AEM) vereint Endgerätemanagement, Unternehmenssicherheit und digitale Mitarbeitererfahrung, um Aufgaben intelligent zu automatisieren – und versetzt IT-Teams so in die Lage, schneller und effizienter zu arbeiten.

Der Wendepunkt in der IT

Hohe Workloads und Burnout erschweren es IT-Abteilungen zunehmend, sich auf strategische Prioritäten zu fokussieren. Gleichzeitig bleibt das Potenzial zeitsparender Automatisierungen in vielen Unternehmen weitgehend ungenutzt.

IT-Fachkräfte arbeiten am Limit: Fast zwei Drittel (62 %) fühlen sich von den täglichen Aufgaben überfordert, und ein Viertel (23 %) berichtet, dass ein Kollege oder eine Kollegin aufgrund von Burnout gekündigt hat.

Eine zentrale Ursache liegt nach Einschätzung vieler IT-Fachkräfte in der unzureichenden technischen Ausstattung: 25 % berichten, dass ihnen ein wirksames Tool zur proaktiven Behebung von Endnutzerproblemen fehlt – ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Autonomes Endgerätemanagement (AEM) bietet Unternehmen einen zukunftsorientierten Ansatz. Es ermöglicht IT-Teams, Routine-Tickets automatisiert zu bearbeiten und Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor die User davon betroffen sind.

IT-Expert:innen befürworten diesen Ansatz:

  • 67 % sind überzeugt, dass KI und Automatisierung ihnen mehr Zeit für anspruchsvollere und erfüllendere Aufgaben verschaffen.
  • Zudem sind 66 % der Ansicht, Anwender mit diesen Tools künftig deutlich besser unterstützen zu können.


Die Vorteile des AEM gehen weit über die IT-Abteilung hinaus: AEM-Tools können auch Reibungsverluste in den digitalen Arbeitsprozessen der Mitarbeitenden reduzieren. Büroangestellte erleben im Durchschnitt 6,3 technische Unterbrechungen pro Monat – verursacht durch Störungen oder geplante Updates.

Geht man davon aus, dass jede Unterbrechung rund 15 Minuten in Anspruch nimmt, entstehen pro Mitarbeitendem monatlich 1,6 Stunden Produktivitätsverlust. In der Summe wirkt sich dies messbar auf die Produktivität des gesamten Unternehmens aus.

AEM wirkt diesem Trend entgegen, indem es hilft, Probleme proaktiv zu lösen – noch bevor User sie überhaupt bemerken.

Trotz des Potenzials von Automatisierung haben die meisten Unternehmen diese Chance bislang nicht genutzt. Nur etwa jedes dritte Unternehmen (32 %) gibt an, Automatisierung in den IT-Workflows vollständig auszuschöpfen.



Handlungsschritte

„Für den erfolgreichen Einsatz von KI und Automatisierung reicht es nicht aus, Technologien lediglich einzuführen. Unternehmen benötigen darüber hinaus ein belastbares Change-Management sowie klare Kriterien zur Erfolgsmessung – etwa verkürzte Bearbeitungszeiten oder einen höheren Anteil automatisiert gelöster Tickets. Die daraus resultierenden Produktivitätsgewinne können gezielt in die Weiterbildung der IT-Teams reinvestiert werden. So entstehen zusätzliche Kapazitäten für Initiativen mit messbarem geschäftlichem Mehrwert.“

Tony Miller, Vice President, Enterprise Services, Ivanti


Die Lücke in der Cyberhygiene

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Unternehmen bei der Cyberhygiene – also den routinemäßigen Maßnahmen, mit denen Systeme richtlinienkonform, sicher und aktuell gehalten werden – eher unsystematisch vorgehen.

Eine solide Cyberhygiene lässt sich nur durch kontinuierliche, regelmäßig durchgeführte Maßnahmen gewährleisten. Doch viele IT-Teams arbeiten bereits an der Belastungsgrenze, sodass sich diese essenzielle Aufgabe nur schwer bewältigen lässt. Die Untersuchungen von Ivanti zeigen, weshalb der Aufbau einer robusten Cyberhygiene für IT-Teams zu einer so anspruchsvollen Aufgabe geworden ist:

Sichtbarkeitslücken: Nur 52 % der Unternehmen nutzen Lösungen für das Endgerätemanagement – ein Rückgang um vier Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Ohne eine zentrale Übersicht über alle Endgeräte wird die Umsetzung wesentlicher Aufgaben der Cyberhygiene erheblich komplexer. IT-Teams müssen die Geräte manuell konfigurieren – ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess.

IT-Fachkräfte berichten zudem, dass ihnen in vielen Bereichen nicht genügend Daten für fundierte Entscheidungen zur Verfügung stehen. Die größten Blindspots betreffen Schatten-IT (45 %), die Ermittlung von Schwachstellen (41 %) sowie das Erkennen von Geräten, die auf das Netzwerk zugreifen (38 %).



Herausforderungen im Patch-Management: Für das Patch-Management ist die IT verantwortlich, doch Sichtbarkeitslücken erschweren eine wirksame Umsetzung. So geben 38 % an, Schwierigkeiten beim Tracken des Patch-Status und Rollouts zu haben, und 35 % schaffen es kaum, die erforderlichen Compliance-Anforderungen durchgängig einzuhalten.



Lücken in der Sicherheitsüberwachung: Die Überwachung von Endgeräten deckt Cyberhygiene-Probleme wie Konfigurationsfehler oder andere Abweichungen auf, die sonst unentdeckt bleiben würden. Dennoch nutzen lediglich 40 % der Unternehmen vollständig integrierte und automatisierte Sicherheits- und Compliance-Systeme. Ohne ein solches Monitoring können sich Cyberhygiene-Risiken unbemerkt ansammeln und lassen sich später nur mit erheblichem Aufwand beheben.

Handlungsschritte

„KI und Automatisierung entschärfen die Herausforderungen im Patch-Management zwischen IT und Sicherheit, indem sie eine einheitliche Sicht auf Patch-Prioritäten und Workflows ermöglichen und Risiken gleichzeitig proaktiv durch automatisierte Analysen sowie selbstheilende Endgeräte reduzieren. Dadurch entwickelt sich das Patchen von einer isolierten, zeitintensiven Aufgabe zu einem datengestützten, kollaborativen Prozess, der die Risikoreduzierung beschleunigt und operative Reibungsverluste deutlich senkt.“

Aruna Kureti, Director, Product Management


Beschleunigung des IT-Betriebs durch KI

IT-Teams stehen unter dem doppelten Druck, Kosten zu senken und die Servicequalität zu verbessern. Autonomes Endgerätemanagement kann ihnen dabei helfen, kostspielige Datensilos aufzubrechen, die Sichtbarkeit zu erhöhen und IT-Abläufe zu straffen.



CIOs stehen unter dem Druck, ihre Abläufe effizienter und produktiver zu gestalten. Unter den von Ivanti befragten IT-Fachkräften zeigt sich folgendes Bild:

  • 56 % sehen verschwenderische IT-Ausgaben als Problem.
  • 39 % nennen einen „ineffizienten technischen Support“ als eine wesentliche Ursache dafür.
     

Die Automatisierungsfunktionen autonomer Endgerätemanagement-Lösungen können diese Ineffizienzen deutlich reduzieren, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen – und verschaffen IT-Teams zugleich die dringend benötigte Entlastung.

AEM reduziert verschwenderische IT-Ausgaben, indem es den gesamten Lebenszyklus von Endgeräten optimiert – von der Beschaffung bis zur Ausmusterung. So können Unternehmen die Nutzung maximieren, Überprovisionierung vermeiden und rechtzeitige Erneuerungszyklen sicherstellen. Diese Sichtbarkeit über den gesamten Lebenszyklus ermöglicht IT-Verantwortlichen datengestützte Entscheidungen, die sowohl unnötige Neuanschaffungen als auch versteckte Wartungskosten reduzieren.

Die Selbstheilungsfunktionen der AEM-Tools reduzieren das Volumen der routinemäßigen Servicetickets, indem sie Endgeräteprobleme automatisch erkennen und beheben, bevor User sie melden. Durch die automatische Bearbeitung dieser niedrigschwelligen Incidents können IT-Teams Supportkosten reduzieren und gewinnen Zeit für strategisch höherwertige Aufgaben.

AEM entfaltet sein Potenzial jedoch nur mit der richtigen Technologie und verknüpften Daten – und diese Voraussetzungen sind bislang vielfach nicht ausreichend gegeben. Zu den größten Herausforderungen zählen:

1. Verfestigte Datensilos: Fast alle IT-Expert:innen (89 %) sagen, dass isolierte Datensilos die IT-Abläufe ihres Unternehmens in irgendeiner Form negativ beeinflussen. Konkret berichten sie:

  • 39 % geben an, dass Datensilos zu einer ineffizienten Nutzung von Ressourcen führen.
  • 36 % berichten, dass Datensilos die Zusammenarbeit beeinträchtigen.
  • 35 % sagen, dass Datensilos das Risiko von Compliance-Verstößen erhöhen.
     

AEM begegnet dieser Herausforderung, indem es Endgerätemanagement, Monitoring der digitalen Erfahrung und Endgerätesicherheit in einer einheitlichen Plattform vereint. So erhalten Unternehmen die umfassende Sichtbarkeit, die sie für eine intelligente Automatisierung benötigen – sie sehen an einem zentralen Ort nicht nur den Gerätezustand, sondern auch die tatsächliche Benutzererfahrung und die Sicherheitslage.

2. Mangel an wirksamer Technologie für die ganzheitliche Verwaltung und Absicherung von Endgeräten: Nur 32 % nutzen ein einheitliches Endgerätemanagementsystem. Die autonomen Funktionen von AEM entfalten jedoch erst dann ihre volle Wirkung, wenn bereits ein zentralisiertes Endgerätemanagement etabliert ist. Ohne eine konsolidierte Sicht auf alle Endgeräte – sei es über ein UEM-System oder andere zentrale Verwaltungstools – wird die Einführung von AEM erheblich komplexer.

Die Untersuchungen von Ivanti zeigen, dass die meisten IT-Teams mit einer Vielzahl isolierter Tools arbeiten – oder in einigen Fällen gar kein zentrales Management einsetzen. Wenn diese Tools nicht miteinander kommunizieren, wird die auf Effizienz ausgerichtete Optimierung des Asset-Lebenszyklus nahezu unmöglich. Die IT kann weder die Geräteauslastung verlässlich tracken noch überprovisionierte Ressourcen identifizieren oder die Aktualisierungszyklen unternehmensweit steuern. Die Folge: Ineffiziente Abläufe nehmen dann rasch zu – etwa durch redundante Workflows, manuelle Datenabgleiche oder ein erhöhtes Risiko von Konfigurationsfehlern.

Isolierte Systeme machen es für IT- und Sicherheitsteams nahezu unmöglich, die umfassende Sichtbarkeit zu erlangen, die sie benötigen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und im gesamten Endgeräte-Ökosystem wirksam zu handeln.

Handlungsschritte

„Zentrale Anwendungsfälle des autonomen Endgerätemanagements sind unter anderem Zero-Touch-Provisioning, die Eliminierung mehrfacher Autorisierungsschritte sowie die Compliance- und Richtliniensteuerung durch kontinuierliche Geräteüberwachung. Ergänzend kommen KI und Automatisierung zum Einsatz, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Durch die Automatisierung dieser Anwendungsfälle können Unternehmen ihre IT-Ausgaben gezielt optimieren und Ressourcen auf produktivere sowie strategisch wertschöpfendere Aktivitäten konzentrieren.“

Scott Hughes, Senior Vice President of Revenue Operations and Corporate IT, Ivanti


Operationalisierung des autonomen Endgerätemanagements

Um Ineffizienz und Verschwendung zu reduzieren, müssen Unternehmen AEM in ihre IT-Workflows und -Prozesse integrieren und ihre IT-Teams entsprechend qualifizieren, damit sie diese Technologien wirksam einsetzen können.

Autonomes Endgerätemanagement (AEM) arbeitet im Hintergrund, erkennt, überwacht und behebt Endgeräteprobleme kontinuierlich – noch bevor die IT-Abteilung überhaupt eingreifen muss.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Beschleunigte Effizienzgewinne für IT-Teams: Durch den Einsatz von KI und die Automatisierung zentraler IT-Aufgaben – etwa der Gerätebereitstellung, des Patch-Managements und der Leistungsüberwachung – steigert AEM die Produktivität der IT, erhöht die betriebliche Effizienz insgesamt, reduziert Ausfallzeiten und schafft Freiräume, damit qualifiziertes Personal sich auf strategisch relevantere Aufgaben konzentrieren kann. Die Studie von Ivanti zeigt, dass 86 % der IT-Expert:innen überzeugt sind, dass KI ihre IT-Abläufe effizienter machen kann.

Erhöhte Compliance: AEM unterstützt zudem die Compliance, indem Endgeräte fortlaufend auf die Einhaltung sicherheitsrelevanter und regulatorischer Vorgaben überwacht und erkannte Abweichungen umgehend behoben werden. Dieser Ansatz strafft den Compliance-Prozess, vereinfacht die Vorbereitung auf Audits und hilft Unternehmen, potenzielle Sanktionen zu vermeiden, da Endgeräte jederzeit sicher und richtlinienkonform bleiben.

Höhere Geschäftskontinuität: Durch das frühzeitige Erkennen und Beheben von IT- und Sicherheitsproblemen, bevor sie die Geschäftsabläufe beeinträchtigen, minimiert AEM ungeplante Ausfallzeiten und sichert die kontinuierliche Verfügbarkeit geschäftskritischer Services.

Verbesserte Mitarbeitererfahrung: AEM beseitigt digitale Reibungsverluste proaktiv, bevor sie für Mitarbeitende spürbar werden – etwa Leistungsprobleme, Verzögerungen oder Anwendungsabstürze. Das Ergebnis: Mitarbeitende arbeiten konzentriert und produktiv, statt auf die Unterstützung der IT angewiesen zu sein.

Trotz dieser klaren Vorteile fällt es vielen Unternehmen weiterhin schwer, diese Technologie einzuführen und fest in ihre internen Workflows zu integrieren. Weniger als die Hälfte nutzt KI bzw. Automatisierung für diese besonders wertschöpfenden IT-Anwendungsfälle: vorausschauende IT-Wartung (42 %), Optimierung der Ressourcenzuweisung (35 %) und automatisierte Compliance-Prüfungen (32 %).



Unternehmen, die AEM einführen möchten, sollten sich auf vier grundlegende Prioritäten konzentrieren:

  1. Stellen Sie umfassende Sichtbarkeit über die IT- und Sicherheitsinfrastruktur her – denn was nicht sichtbar ist, kann nicht automatisiert werden.
  2. Bereiten Sie Ihre technische Infrastruktur und Prozesse darauf vor, KI- und Automatisierungsfunktionen in bestehende Workflows zu integrieren.
  3. Investieren Sie in die Qualifizierung von IT-Teams und Usern, damit diese effektiv mit autonomen Systemen arbeiten können. IT-Fachkräfte benötigen Kompetenzen, um KI-Empfehlungen angemessen zu interpretieren und eskalierte Vorfälle souverän zu managen, während Mitarbeitende angeleitet werden müssen, KI-Tools sinnvoll einzusetzen.
  4. Erfassen Sie Daten zur digitalen Mitarbeitererfahrung, um das Zusammenspiel zwischen Mensch und KI kontinuierlich zu bewerten und zu verbessern.

Handlungsschritte

„Der geschäftliche Mehrwert des autonomen Endgerätemanagements zeigt sich nicht nur in einer höheren IT-Produktivität, sondern auch in positiven Effekten auf die digitale Mitarbeitererfahrung und einer spürbar höheren Produktivität der User. Automatisierung und KI ermöglichen es, Reibungspunkte proaktiv zu erkennen und zu beseitigen, bevor Mitarbeitende beeinträchtigt werden – so bleiben sie produktiv, während gleichzeitig IT-Ressourcen für strategische Initiativen freiwerden.“

Rex McMillan, Vice President, Product Management, Ivanti


Methode

Dieser Report basiert auf dem Ivanti-Report zum Stand der Cybersicherheit 2025 Paradigmenwechsel, dem Report zur Rolle der Technologie am Arbeitsplatz 2025: Flexibles Arbeiten neu gestalten sowie dem Report zur digitalen Mitarbeitererfahrung 2025. Die drei Umfragen wurden jeweils im Oktober 2024, im Februar 2025 und im Mai 2025 durchgeführt. Insgesamt nahmen weltweit mehr als 600 Führungskräfte, 3.900 IT- und Cybersicherheitsexpert:innen sowie 8.400 Büroangestellte teil.

Die Studien wurden von Ravn Research durchgeführt; die Auswahl der Teilnehmenden erfolgte durch MSI Advanced Customer Insights. Die Umfrageergebnisse sind nicht gewichtet.